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Nachfüllsystem

Kleberoller nachfüllbar oder Einweg — und wie Sie nachfüllen

Ein Kleberoller ist irgendwann leer. Dann entscheidet sich, ob Sie eine Nachfüllkassette einsetzen oder das ganze Gerät wegwerfen. Hier steht, woran Sie ein nachfüllbares Modell erkennen, wie der Wechsel abläuft und wann sich der Einwegroller trotzdem lohnt.

⏱ 5 Min Lesezeit
Geöffnetes Kleberoller-Gehäuse mit eingesetzter Nachfüllkassette auf einem Schreibtisch

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs der elf Kleberoller in unserem Vergleich sind nachfüllbar, fünf nicht.
  • Die Kassette gehört zum jeweiligen Gerät und ist zwischen Marken nicht austauschbar.
  • Der Wechsel braucht kein Werkzeug.
  • Nachfüllbare Geräte tragen die längeren Rollen: 14 m bis 20 m gegenüber 6 m bis 8,5 m beim Einwegroller, dort, wo der Hersteller eine Länge angibt.

Woran Sie einen nachfüllbaren Kleberoller erkennen

Am Gehäuse. Nachfüllbare Modelle lassen sich öffnen — meist über einen seitlichen Schieber oder eine Klappe —, Einwegroller sind geschlossen. Auf der Verpackung steht die Angabe direkt, oft zusammen mit der Bestellnummer der passenden Nachfüllkassette.

Die Bezeichnung dieser Kassette ist beim Nachkauf hilfreich: Sie ist herstellerspezifisch, und zwei Geräte in unserem Vergleich nennen sie ausdrücklich im Datenblatt — beim Pritt Kleberoller Permanent heißt sie 9H ZRXPH, beim PLUS Kleberoller „PRO“ TG-1221R. Bei den übrigen nachfüllbaren Geräten — beiden tesa GLUE ROLLER und dem Tombow PN-IP — nennt der Hersteller keine eigene Bezeichnung für die Kassette. Nachfüllbar sind sie trotzdem, nur ohne Bestellnummer, an der Sie die passende Kassette im Handel erkennen.

Eine Besonderheit gibt es: Der HERMA-Roller kommt ohne Einlegekassette aus Kunststoff aus — dort wird die Klebefilmrolle selbst getauscht. Das spart Kunststoff, verlangt aber beim Einlegen etwas mehr Sorgfalt.

Nachfüllkassette wechseln: so läuft es ab

Bei den meisten nachfüllbaren Modellen läuft der Wechsel ähnlich ab. Eine Ausnahme ist der HERMA-Roller: Er kommt ohne Einlegekassette aus Kunststoff aus, dort wird stattdessen die Klebefilmrolle selbst getauscht (siehe oben). Werkzeug brauchen Sie in keinem Fall.

  1. Gehäuse öffnen. Schieber oder Klappe an der Seite lösen, die beiden Gehäusehälften auseinandernehmen.
  2. Leere Kassette entnehmen. Beim Tombow etwa löst dafür laut einer Rezension ein seitlicher Haken die Kassette, die sich dann herausheben lässt.
  3. Neue Kassette einsetzen. Auf die Laufrichtung achten: Der Klebefilm muss über den Rollenkopf laufen, das Trägerband auf die zweite Spule.
  4. Spannung prüfen. Hängt das Band durch, die Aufwickelspule ein Stück von Hand drehen, bis der Film straff liegt.
  5. Gehäuse schließen und auf einem Blatt Papier eine kurze Probespur ziehen.

Bleibt der Film beim Abrollen stehen oder reißt er sofort wieder, sitzt die Kassette meist verkantet. Öffnen, neu einlegen, erneut probieren. Bei einem Gerät im Vergleich (PLUS) beschreibt eine Rezension das Nachfüllsystem zudem als umständlich zu öffnen. Was Sie tun können, wenn der Klebefilm auch danach reißt, steht im Ratgeber zur Anwendung.

Rechnet sich das Nachfüllen?

Wenn Sie regelmäßig kleben, spricht meist einiges für das Nachfüllsystem: Das Gehäuse mit Rollenkopf und Mechanik bleibt erhalten, nur der Klebefilm wird ersetzt. Ob die Kassette dabei tatsächlich günstiger ist als ein neues Gerät, hängt aber vom Modell ab — bei einem der elf Geräte in unserem Vergleich kostet sie sogar mehr als der ganze Roller, wie die Einschätzung zu diesem Gerät zeigt. Zu einem anderen nachfüllbaren Modell lobt eine Rezension dagegen ausdrücklich die günstigen Nachfüllrollen, die den Neukauf ersparen.

Wenn Sie ein paarmal im Jahr etwas ankleben: eher nicht. Beim genannten Pritt-Beispiel zeigt sich das besonders deutlich — wer selten klebt, kommt gar nicht so oft zum Nachfüllen, dass sich die teurere Kassette gegenüber einem neuen Roller lohnt.

Ein zweites Argument ist die Rolle selbst. Nachfüllbare Geräte tragen im Vergleich die längeren Klebefilme: 14 m bis 20 m gegenüber 6 m bis 8,5 m bei den Einwegrollern, soweit die Hersteller eine Länge angeben. Die Ergiebigkeit ist deshalb ein eigenes Kriterium unserer Bewertung und zählt 20 %.

Wann ein Einwegroller reicht

  • Für die Schultasche und das Federmäppchen. Die kompakten Bauformen sind klein, leicht und günstig genug, um sie zu verlieren.
  • Als Zweitgerät. Ein Roller am Schreibtisch, einer in der Bastelkiste — dafür lohnt kein Nachfüllsystem.
  • Wenn Sie ausprobieren wollen, ob ein Kleberoller den Klebestift ersetzt, bevor Sie sich auf ein System festlegen.
  • Als Set. Mehrfachpackungen bringen mehrere Roller auf einmal; die Rechnung je Meter kann dann günstiger ausfallen als beim Einzelgerät.

Der Nachteil bleibt: Ist der Klebefilm aufgebraucht, ist das ganze Gerät Abfall — auch der Rollenkopf, die Mechanik und das Gehäuse.

Nachfüllbare Kleberoller aus unserem Vergleich

Tombow PN-IP Nachfüllbarer Kleberoller Maxi Power Tape, 8.4 mm x 16 m
PERMANENT HAFTEND · NACHFÜLLBAR

Tombow PN-IP Nachfüllbarer Kleberoller Maxi Power Tape, 8.4 mm x 16 m

BEWERTUNG 1,2

8,4 mm breiter, permanent haftender Klebefilm mit 16 m Rollenlänge, nachfüllbarer Kassette und laut Hersteller besonders starker Haftung.

tesa GLUE ROLLER Permanent – Kleberoller – 14 m x 8,4 mm
PERMANENT HAFTEND · NACHFÜLLBAR

tesa GLUE ROLLER Permanent – Kleberoller – 14 m x 8,4 mm

BEWERTUNG 1,3

8,4 mm breiter, permanent haftender Klebefilm mit 14 m Rollenlänge und nachfüllbarer Kassette.

Pritt Kleberoller Permanent – Kleberoller – 16 m x 8,4 mm
PERMANENT HAFTEND · NACHFÜLLBAR

Pritt Kleberoller Permanent – Kleberoller – 16 m x 8,4 mm

BEWERTUNG 1,4

8,4 mm breiter, permanent haftender Klebefilm mit 16 m Rollenlänge und nachfüllbarer Kassette — laut Datenblatt auch für Glas und Kunststoff geeignet.

Das sind die drei bestbewerteten von sechs nachfüllbaren Geräten. Die übrigen finden Sie über den Filter „Nachfüllsystem“ im Vergleich.

Einwegroller aus unserem Vergleich

Fünf Geräte im Feld kommen ohne Nachfüllkassette aus. Drei davon zählen zu den günstigsten Einzelgeräten im Vergleich und sind zugleich die kompaktesten — dafür kurz. Zwei fallen aus diesem Muster: das Achterset, als Packung das teuerste Produkt im Feld und je einzelne Rolle doch günstig, sowie der UHU Glue Roller non-permanent, der als einziger Einwegroller wieder ablösbar klebt und dafür mehr kostet als die kompakten Geräte.

STATIONERY ISLAND 8 Stück Kleberoller, Fotokleber Doppelseitig Selbstklebend 6 m x 8 mm
PERMANENT HAFTEND · EINWEGROLLER

STATIONERY ISLAND 8 Stück Kleberoller, Fotokleber Doppelseitig Selbstklebend 6 m x 8 mm

BEWERTUNG 1,9

Achterset aus No-Name-Produktion, 6 m × 8 mm permanent haftender Klebefilm — acht Roller zum Preis von ein bis zwei Markengeräten, Qualität streut stärker.

Westcott Kleberoller permanent klebend, 8,5 m x 6,5 mm
PERMANENT HAFTEND · EINWEGROLLER

Westcott Kleberoller permanent klebend, 8,5 m x 6,5 mm

BEWERTUNG 2,0

6,5 mm schmaler, permanent haftender Klebefilm mit 8,5 m Rollenlänge — günstiger Einwegroller ohne Nachfüllkassette.

UHU Glue Roller permanent, Infokarte
PERMANENT HAFTEND · EINWEGROLLER

UHU Glue Roller permanent, Infokarte

BEWERTUNG 2,3

Permanent haftender Kleberoller für Papier, Karton und Fotos, kompakt und ohne Nachfüllkassette.

tesa GLUE ROLLER Permanent Mini – Kleberoller – 6 m x 5 mm
PERMANENT HAFTEND · EINWEGROLLER

tesa GLUE ROLLER Permanent Mini – Kleberoller – 6 m x 5 mm

BEWERTUNG 2,3

5 mm schmaler, permanent haftender Klebefilm mit 6 m Rollenlänge — die kompakteste und günstigste Variante im Vergleich.

UHU Glue Roller non-permanent, Infokarte
WIEDER ABLÖSBAR · EINWEGROLLER

UHU Glue Roller non-permanent, Infokarte

BEWERTUNG 2,7

Wieder ablösbarer Klebefilm für Papier, das noch einmal angehoben werden soll — Einwegroller, dessen Maße der Hersteller nicht angibt.

Nachfüllkassette kaufen: worauf Sie achten sollten

  • Die Bezeichnung des Herstellers ist maßgeblich, nicht die Breite. Zwei Kassetten mit 8,4 mm passen deshalb noch lange nicht in dasselbe Gehäuse.
  • Haftung mitbestellen. Zu einem Gerät kann es die Kassette permanent haftend und wieder ablösbar geben — der Unterschied steht im Ratgeber zur Haftung.
  • Mehrfachpackungen senken den Preis je Meter, wenn Sie ohnehin regelmäßig nachfüllen.
  • Vor dem ersten Nachkauf prüfen, ob der Rollenkopf noch sauber ist. Ist er dauerhaft verklebt, hilft auch eine neue Kassette nicht mehr.

Fazit

Wer regelmäßig klebt, fährt mit einem nachfüllbaren Kleberoller besser: längere Rolle, günstigerer Nachschub, weniger Abfall. Wer selten klebt, braucht das System nicht — ein Einwegroller kostet weniger und ist schneller zur Hand. Welche Geräte in beiden Gruppen vorn liegen, steht im Kleberoller-Vergleich; dort lässt sich nach dem Nachfüllsystem filtern.